Zum Knutschen: Habbe & Meik

Pantomimentheater verzaubert das Publikum

Buxtehude (hag). Einfach umwerfend! Und zwar im wahren Sinne des Wortes, denn nach Meiks stürmischer Umarmung lag Kleinkunst-Igel-Vorsitzende Marion Thamer den beiden Männern plötzlich zu Füßen. Wer am Donnerstag in Halepaghen „The Best“ von Habbe & Meik gesehen hat, erlebte einen großartigen Abend mit zwei vielseitigen Mimen aus Essen, die zwei Stunden lang mit Maskenspiel und Pantomime verzauberten. Das Publikum war hin und weg. Donnernder Zwischen- und Schlussapplaus.
Habbe, alias Hartmut Ehrenfeld, und Meik, alias Michael Aufenfehn, haben dem Igel zum 25. Geburtstag ein exquisites Ständchen gebracht und am Donnerstag fraglos „The Best“ gegeben. Von der ersten bis zur letzten Minute hielten die beiden Kleinkunstpreisträger von 1989 die Besucher im Saal in Atem. Diese Nasen! Schon während der nörgelige Meik hochwichtig und sein vertrottelt dreinblickender Kumpel Habbe über Stühle, Klamotten und Köpfe klettern und die Bühne erklimmen, bricht sich im Saal allgemeine Heiterkeit Bahn. Kurz darauf lacht und weint das Publikum Tränen und muss doch dabei jederzeit auf der Hut sein. Denn verloren ist jeder, den Habbe & Meik auf dem Kieker haben: Der hübsche „Fisch“ aus der ersten Reihe, der den beiden Meistern am Donnerstagabend ins Netz ging, kann sicher ein Lied davon singen.
Habbe & Meik brauchen nicht viele Requisiten. Als Typen sind sie sich selbst und dem Betrachter genug, der sehr schnell merkt, dass das, was in den aberwitzigen und anrührenden Szenarien scheinbar so leichtfüßig daher kommt, in Wirklichkeit schweißtreibend und kräftezehrend ist und ein Job, der den clownesken Artisten ein überaus hohes Maß an Disziplin abverlangt. Da stimmt jeder Schritt, jede Geste. Das ist Körperbeherrschung und Körpersprache vom Feinsten.
Eine leichte Drehung des Kopfes und die phantastischen Masken erwachen zum Leben. Allzu menschlich: Habbe & Meik tummeln sich auf dem weiten Feld der Befindlichkeiten. Dort führen die tragi-komischen Helden ein anstrengendes Leben, kämpfen sie doch gegen Widrigkeiten wie gegen Windmühlen. Dort agieren die beiden als mit allen Wassern gewaschene Brüder und Rivalen, die sich das Schwarze unterm Fingernagel nicht gönnen. Dort sind die zwei Spitzbuben Hassfreunde und trotzdem Freunde. Das ist fast so wie im richtigen Leben. Aber: Habbe & Meik kommen ohne Worte aus.


Verschwitzt, leicht entblättert und demaskiert: Habbe (Hartmut Ehrenfeld, links) und Meik (Michael Aufenfehn) zeigten in der Pause und am Schluss des hinreißenden Abends ihr wahres Gesicht.Foto: Aldag

 

Artikel erschienen am: 09.10.2004 im Buxtehuder Tageblatt