Herbert Knebel alias Uwe Lyko
"Ich glaub mich holn'se ab"

Muss man dat Gesicht noch irgendzwie erläutern? - Ein jeder hat wohl schon über die zerknitterte Visage des Miesepeters geschmunzelt, lauthals gelacht oder doch wenigsten aus Unverständnis den Kopf geschüttelt: Herbert Knebel heißt die satirische Kunstfigur des Kabarettisten Uwe Lyko, in der das Ruhrgebiet zu sich selber kommt und wohl auch für immer bei sich bleibt.Herbert Knebel

 

Der passionierte Frührentner aus Altessen hat noch Energie, Zeit und Brille genug, sich umzusehen in den Gefilden gleich um die Ecke, wo es mal wieder drunter und drüber geht. Meckernd, nörgelnd und grantelnt berichtet er uns von der Unzulänglichkeit des mitmenschlichen Alltags, sinniert über Sorgen und Nöte, die klein, aber vielgestaltig und darum bedeutsam sind. Das Leben ist tückisch und reißt den nichts ahnenden Passanten wie ein Sumpfloch mitten hinein.

Sein Ruhrpott Dialekt, bar jeder Grammatik und reich an Wortverwechslungs-Komödien, entsprudelt unzensiert und direkt zum Bewusstsein. Ein gehöriges Maß an Unbildung verschleiert ein gewisses Talent zur Bäuernschläue. Herbert Knebel spricht eben ungeniert Klartext. In seiner Rede erheitert uns der Geist des kleinen Mannes, der in der Übertreibung naiv und ungewollt sich selbst reflektiert.

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