Nicht wenige Zuschauer haben nach Schramms letztem Programm "Mephistos Faust" befürchtet, dass der Rentner Dombrowski nie mehr auftreten wird. Aber das polemische Rückgrat des ARD "Scheibenwischer" lässt sich nicht so einfach von der Kabarettbühne drängen. Im Gegenteil: Er ist nun auf der Suche nach dem großen, ultimativen Finale - für sich und ein paar von ihm Auserwählte.
An seiner
Seite wieder der unbeirrbare Oberstleutnant Sanftleben und der ausgemusterte
Sozialdemokrat August. Zu ihnen stoßen noch zwei, drei Zeitgeister, denen
mit der Stammbesetzung eins gemein ist: Sie treten den Zuschauer halb nackt
gegenüber. Die verbale Konfektionsware von der Stange hängt ihnen
in Fetzen vom Leib, mit herunter gelassenen Hosen reden sie sich um Kopf und
Kragen.
Kein anderer Kabarettist lässt Spaß und Ernst vor den Augen der Zuschauer
so verschwimmen wie Georg Schramm. Und niemand im deutschen Kabarett setzt so
konsequent auf die emotionale Ausdruckskraft seiner Figuren und ihre unfreiwillig
schreckliche Komik.
Der "beste Schauspieler in diesem Genre" (Hamburger Abendblatt) seziert
mit seinen entlarvenden Charakterstudien den deutschen Volkskörper und
holt weit weg geglaubte politische Inhalte mitten ins alltägliche Leben,
ins Private eines jeden Zuschauers.
Und diese
werden auch in seinem neuen Programm am Ende nicht genau wissen, warum sie derart
lachen mussten. Sicher ist nur: Sie werden lachen. Noch auf dem Heimweg kopfschüttelnd.